Genetische Veränderungen bei Bartagamen

Nachdem ich immer wieder sehe, welche Probleme manche Tierhalter mit den genetischen Besonderheiten haben, will ich hier einige wichtige Formen anhand von Fotos erläutern. Ich habe hier nur kurze Erläuterungen und keine vollständige Darstellung gewählt.

1. Veränderungen in den Farben der Tiere

  • hypomelanistische (kurz: hypo) Form

Hierbei sind die melaninhaltigen Zellen (also die dunklen Anteile) deutlich reduziert, wodurch die Farben dann mehr leuchten. Im Weiteren fehlen auch in den Krallen die dunklen Pigmente, diese sind dann hell und nicht schwarz. Unter der "Züchtergemeinschaft" gelten die Tiere dann als Hypo, wenn alle 20 Krallen klar sind, ansonsten sind sie partiell hypomelanistisch. Außerdem sollten hier noch kurz die Leucisten erwähnt werden. Sie sind dieselbe Mutationsform und extrem hell. Eine echte "farblose" Variante gibt es hier aber nicht.

Hier Gustav mit klaren Nägeln- ein Hypo, zusätzlich ein marketed Leucist, daneben Lieselotte ohne klare Nägel.

  • translucente (kurz: trans) Form
Hier finden wir eine scheinbar "durchscheinende" Beschuppung, welche besonders bei den Jungtieren deutlich ist und dann ein "blauer Bauch" zu sehen ist. Bei den erwachsenen Tieren sieht man dann deutlicher das 2. Merkmal dieser Art, die schwarzen Augen. Diese können schon von Geburt an vorhanden sein, aber auch erst später deutlich werden. Bei Tieren, bei denen die Augen nicht oder teilweise schwarz sind, sprechen wir von den partiellen Translucenten.


Das ist Dagobert mit schwarzen Augen, also ein Translucenter. Und auf dem rechten Foto ein durchscheinender "blauer" Bauch bei einem Jungtier (linkes Tier) im Vergleich zu einem Normalen.

  • hypotranslucente (kurz: hypotrans) Form
Dies ist die Kombination aus den Hypo- mit klaren Krallen und den Trans- Merkmalen mit den schwarzen Augen und durchscheinender "Haut". 


Hier Greta, eine hypotrans Dame.

  • seltene Farbreduktions- Formen: Witblits, Silverback, Pied
Diese Tiere sind noch recht selten und daher teuer. Hier wurden die Farben auf ein Minimun reduziert, sodass sie weiss oder grau (bei Pied ist dies teilweise) aussehen. Für nähere Informationen bitte eine Email an mich.

Zu den allgemeinen Farbformen der Tiere gibt es nur Folgendes zu sagen: Es gibt weltweit einige "namentlich geschützte" Farben wie z.B. sandfire, hier dürfen nur deren Nachkommen so genannt werden. Heute werden jedoch so viele Tiere bunt untereinander verpaart, sodass es kaum noch sog. "Reinformen" geben dürfte (ausser den neuen Witblits). Die Namen zu den Farben, wie z.B: ghost-fire, lavared, diabolus red, lassen sich die Züchter i.d.R. selbst einfallen, bei mir findet man eben die "KORALL- Linie", weil die Tiere wirklich korallfarben aussehen. Aber wirklich patentrechtlich geschützte Namen gibt es meines Wissens nach in Deutschland nicht. Eine schöne Aufzählung der Farbformen finden Sie bei Marco unter 


  • Tiger- Musterung
Dieses meist dunkle streifige Muster an den Seiten des Rückens wird dominant vererbt und gibt ein interessantes Aussehen wie bei den Tigern.


Hier ist Frieda mit deutlicher Tigerung.


2. Veränderungen in der Beschuppung der Tiere

Wie überall in der Tierhaltung versucht man Neuerungen zu züchten um sich von der Masse abzuheben. Ob diese "Neuzüchtungen" wirklich gut, schön oder sinnvoll sind, muss man dem Geschmack jedes Einzelnen überlassen.

  • codominante Leatherback- (LB) Arten und Silkbacks
Bei diesen Tieren wurden die Schuppen deutlich verkleinert oder sogar komplett weggezüchtet (Silkbacks). Bei den LBs gibt es verschiedene Formen, je nachdem wie stark die Schuppenreduktion und die Art der Vererbung ist. Es ist nicht ganz sicher, ob in den USA oder in Italien der erste sog. codominante Leatherback gezüchtet wurde. Entscheidend ist hier nur das Aussehen und die Vererbung. 
Der american LB ist nicht ganz so glatt wie der italian LB und hier in Europa etwas seltener. Die Paarung von beiden kann zum Silkback (ohne Schuppung) mit papierdünner Haut führen.


Hier links sehen Sie Frieda: eine hypotrans Leatherback- Dame mit allen genannten Merkmalen des Hypo, Trans und codom. Leatherbacks. Rechts ein Silkback von Annika aus Berlin, ich selber besitze nämlich keinen Silkback. Danke für das Foto!

  • rezessiver Leatherback
Diese Tiere sind nicht ganz so "glatt", also die Schuppen nicht ganz so klein, wie bei den codominanten LB. Sie werden, wie der Name schon sagt, rezessiv vererbt und sind daher seltener zu finden. 


Hier nochmal Greta, eine hypotrans rezessive LB im Vergleich zu einem "Normalen Tier".

  • microscaled Leatherback
Bei einer Kombination der rezessiven und codom. LBs entstehen die microscaled Leatherbacks. Diese haben eine extrem feine Schuppung, noch feiner, als die der codom. LBs.


Hier Gundula, eine Microscaled Leatherback.


Um die Unterschiede der einzelnen Leatherbacks nochmals direkt nebeneinander zu verdeutlichen hier einige Fotos.
Zuerst der Unterschied zwischen rezessivem Leatherback und einem normalen Tier:


Und der Unterschied zwischen codom. Leatherback und den rez. Leatherbacks:


Und der Unterschied zwischen den microscaled und den codom. Leatherbacks: